RDB e.V.
Ring Deutscher Bergingenieure
Der Verband von Ingenieuren, Technikern und Führungskräften.
Bezirksverein: RDB e.V. BV - Dortmund Nord

Heute ist Mittwoch , der 13.11.2019

November2019
MoDiMiDoFrSaSo
010203
04050607080910
11121314151617
18192021222324
252627282930
Schildausbau

Bericht über:

  Exkursion 2006 in den Harz  
   
  am 18. Juni 2006 in den Harz  
   
  Unsere diesjährige Exkursion führte uns vom 18.06. bis zum 23.06.06 in den Harz. Unsere Reise, an der 12 Kameraden mit ihren Frauen teilnahmen, wurde - wie auch in den Vorjahren - von unseren Kameraden Droste und Tille sehr gut geplant und organisiert. Alle Teilnehmer waren begeistert und dafür sagen wir den Organisatoren an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank.  
   
  Unsere Reisegruppe
 
  Unsere Reisegruppe vor dem Rathaus in Quedlinburg.
  Foto 1: Karlheinz Droste
   
  Da die Anreise kurz war, konnten wir noch am ersten Tag eine Stadtrundfahrt mit Schlossbesichtigung in unserem Standort Wernigerode unternehmen. Der Ortsname weist auf eine Rodungssiedlung hin. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wernigerode im Jahr 1121. Im Jahr 1229 wurde der Siedlung das Stadtrecht nach dem Vorbild von Goslar verliehen.
Nach dem Aussterben der Grafen von Wernigerode 1429 übten über Jahrhunderte die Grafen von Stollberg die Oberherrschaft über dieses Gebiet aus. Während der Herrschaft Napoleons wurde Wernigerode in das Königreich Westfalen integriert. Erst nach Einspruch des Grafen Heinrich zu Stolberg-Wernigerode wurde dieser Ort 1825 wieder Sitz eines eigenen Landkreises im Regierungsbezirk Magdeburg.

In dem Ort sind sehr schöne Fachwerkhäuser erhalten. Hervorzuheben ist das Rathaus mit dem Marktplatz, das Krümmelsche Haus in der Breiten Straße 72, bei dem das Fachwerk hinter Holzrelieftafeln verschwindet, so dass das ganze Haus eine geschnitzte Fassade hat und das kleinste Haus der Stadt in der Kochstr. 43. In diesem Haus wohnte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Familie mit 7 Kindern!
 
   
  Schloss in Wernigerode
 
  Während der Stadtrundfahrt und Schloßbesichtigung an unserem Standort Wernigerode.
  Foto 2: Karlheinz Droste
   
  Das Schloss Wernigerode geht in seinen Grundmauern auf eine um 1120 gegründete Burg zurück. Von 1429 regierten auf der Burg die Grafen zu Stolberg-Wernigerode. In den Jahren 1858 bis 1883 wurde das Schloss aufwändig umgebaut und erhielt das heutige Aussehen. In zwei Etagen ist das Schlossmuseum untergebracht mit dem Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. In den Räumen kann man den Prunk der damaligen feudalen Zeit bestaunen. Kaiser Wilhelm war hier öfter zu Gast, und auch der Ägyptische König hat 1929 das Schloss besucht.  
   
  Am zweiten Reisetag fuhren wir mit der Brockenbahn, einer Schmalspurbahn von 1000 mm, die 1899 eröffnet wurde, auf den 1141 m hohen Brocken. Für die Technikfans waren die alten Dampflokomotiven, die älteste fahrbereite Lok hat das Baujahr 1897, besondere Fotomotive. Auch die Naturfreunde kamen bei der Auffahrt mit Ausblicken auf die herrliche Landschaft auf ihre Kosten. Auf dem Brocken erwartete uns der RDB-Kamerad Günter Knoke vom BV Clausthal.  
   
  Brockenbahn
 
  Die Brockenbahn ist eine Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von 1.000 mm und wurde 1899 eröffnet.
  Foto 3: Karlheinz Droste
   
  Auf dem Brocken
 
  Unsere Reisegruppe. Im Vordergrund (in der Hocke) die Kameraden Günter Knoke und Karlheinz Droste.
  Foto 4: Karlheinz Droste
   
  Er übernahm die Führung auf dem Brocken und hat uns sachkundig informiert. Ab 1961 war der Brocken, der ja im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur BRD lag, Sperrgebiet und für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Der Gipfel wurde militärisch ausgebaut und zu Überwachungs- und Spionagezwecken genutzt. Es war der westlichste Vorposten Moskaus. Die Brockenkuppe wurde nach der Wende renaturiert und ist heute ein beliebtes touristisches Ziel im Nationalpark Harz.  
   
  Auch am dritten Tag hatte sich Kamerad Günter Knoke wieder als Führer zur Verfügung gestellt, um uns mit seinem Wissen den Harz mit seiner Geschichte und seinen Naturschönheiten näher zu bringen. Wir bedanken uns bei Dir und wir haben uns sehr gefreut, dass Du uns zwei Tage begleitest hast. Auf dem Plan stand heute die Besichtigung der Okersperrmauer, eine Schifffahrt unserer Frauen auf dem Stausee, die Befahrung des Roederstollens und eine Stadtbesichtigung in Goslar.  
   
  Der Harz verfügt auf Grund seiner geologischen Entwicklungsgeschichte über eine Vielzahl von Erzlagerstätten. Diese Erze waren die Grundlage des über 1000 Jahre alten Bergbaus. Ein Ort, an dem sich die Geschichte widerspiegelt, ist das Erzbergwerk Rammelsberg, das im Jahre 1988 stillgelegt wurde.  
   
  Erzbergwerk Rammelsberg
 
  Das Erzbergwerk Rammelsberg wurde 1988 stillgelegt.
  Foto 5: Karlheinz Droste
   
  Hier befuhren wir den 200 Jahre alten Roederstollen, der vom Oberbergmeister Roeder geplant und nach ihm benannt wurde. Beeindruckend waren die bis 9 m großen Kehrräder, die bis 1909 in Betrieb waren und erst dann von Dampfmaschinen ersetzt wurden. Um die großen Grubenräume (Radstuben) mit geringerem Aufwand auffahren zu können, hat sie Roeder im Schiefer auffahren lassen. Ein Kehrrad ist mit hohem Kostenaufwand erneuert worden und dreht sich zu Demonstrationszwecken wieder im Leerlauf. Die finanziellen Mittel, um eine funktionsfähige Förderung, Fahrung oder Wasserhaltung anschließen zu können, fehlen noch. Es ist bewundernswert, wie die Bergleute die Wasserkraft vielfach intelligent genutzt haben.  
   
  Ein Kehrrad
 
  Die Kehrräder waren die bis 9 m groß und bis 1909 in Betrieb. Danach wurden die Kehrräder durch Dampfmaschinen ersetzt.
  Foto 6: Karlheinz Droste
   
  Die Stadtführung in Goslar begann im Rathaus im Huldigungssaal. Er wurde zwischen 1505 und 1520 als Ratssitzungssaal eingerichtet. Der Raum, einschließlich Decke und Fensternischen, ist mit Tafelgemälden ausgeschmückt. Der Raum ist ein Kunstwerk von hoher Qualität und ist aufwändig geschützt. Dem Besucher steht eine Nachbildung im Verhältnis 1:2 zur Verfügung.  
   
  Goslar wurde 922 von Heinrich I. gegründet. Im 11. Jahrhundert wurde eine Kaiserpfalz gebaut. 1253 wurde Goslar freie Reichs- und Hansestadt. Seit 1992 steht Goslar mit dem Rammelsberg auf der UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit. Unser Rundgang führte uns an den schönsten Fachwerkbauten der Innenstadt vorbei: Kämmereigebäude, Schuhhof, Marktkirche, Bäckergildehaus, Ackerbürgerhaus der Familie Siemens und Frankenbergstraße. Hier lagen die Wohnhäuser der Bergleute, die aus Franken nach Goslar zugewandert waren. An der Kaiserpfalz, einem historischen Ort, hier wurde über 200 Jahre auf vielen Reichs- und Hoftagen deutsche Geschichte gemacht, endete unser Rundgang.  
   
  Der nächste Tag führte uns nach Quedlinburg, einer über 1000 Jahre alten Stadt, die von größeren Feuersbrünsten verschont blieb und deshalb bis heute ihr historisches Stadtbild erhalten konnte. Heute gehören ca. 80 ha Stadtfläche zum UNESCO- Weltkulturerbe. Das älteste Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1310, ein Ständerbau, in dem heute das Fachwerkmuseum untergebracht ist. Eines der bedeutendsten Gebäude der Romanik ist die Stiftskirche St. Servatius.
Nach der Überlieferung soll dem Sachsenherzog Heinrich 919 am Finkenherd, gelegen in der Altstadt Quedlinburgs, die deutsche Königskrone angetragen worden sein. Er war der erste deutsche König und ist in St. Servatius begraben. In Quedlinburg fanden 69 Reichstage statt.
 
   
  Auf der Rückfahrt besichtigten wir noch die Harzer Uhrenfabrik in Gernrode. Hier werden mit etwa 75 Beschäftigten jährlich rd. 70.000 Uhren produziert, die zur Hälfte exportiert werden. Es werden 500 Uhrenmodelle gefertigt, hauptsächlich Kuckucksuhren. Wir konnten die weltgrößte Kuckucksuhr außerhalb der Schwarzwaldes mit 14,5 m Höhe und das weltgrößte Wetterhaus bewundern.  
   
  In der Stadt Blankenburg besichtigten wir noch die Altstadt und die barocken Gärten, die in den letzten Jahren wunderbar restauriert wurden.  
   
  Am nächsten Tag fuhren wir zur Rosstrappe und zum Hexentanzplatz, ein altsächsischer Kultplatz, auf dem nach der Überlieferung in der Walpurgisnacht die Hexen tanzen sollen. Heute kommen in der Nacht zum 1. Mai Tausende Besucher zum Hexentanzplatz. Um die Rosstrappe rankt sich die alte Sage, dass die schöne Königstochter Brunhilde vom Riesen Bodo verfolgt wurde, als sie auf ihrem Pferd durch die Wälder ritt. Sie sprang mit ihrem Pferd über eine Schlucht und landete auf der Rosstrappe, wo heute noch der Hufabdruck zu sehen ist. Nur ihre Krone verlor sie dabei, der Riese Bodo stürzte ab und wurde zur Strafe in einen Hund verwandelt, der bis heute die verlorene Krone auf dem Grund des Flusse Bode bewachen muss.  
   
  Über die Rappbodetalsperre mit der höchsten Staumauer Deutschlands fuhren wir nach Rübeland. Dort befuhren wir die Hermannshöhle, die 1866 entdeckt wurde. Sie ist sehr reich mit Tropfsteinen ausgestattet. Besonders faszinierend ist die Kristallkammer. In der Höhle wurden Grottenolme angesiedelt, die sonst nur in den Höhlenflüssen des Istrischen Karstes vorkommen.  
   
  In der Hermannshöhle
 
  Die Kristallkammer in der 1866 entdeckten Hermannshöhle.
  Foto 7: Karlheinz Droste
   
  Auf unserer Heimfahrt am nächsten Tag besichtigten wir noch Braunlage und Osterode.  
   
  Die Verfasser dieses Berichts sind unser Vorsitzende Dr. Volker Schacke und unser Schatzmeister Harald Schröder.  
   
  Ende  
Zeche Minister Stein Zeche Minister Stein Zeche Minister Stein Zeche Minister Stein Zeche Fürst Hardenberg Zeche Fürst Hardenberg Zeche Fürst Hardenberg Zeche Fürst Hardenberg Schildausbau Schildausbau