RDB e.V.
Ring Deutscher Bergingenieure
Der Verband von Ingenieuren, Technikern und Führungskräften.
Bezirksverein: RDB e.V. BV - Dortmund Nord

Heute ist Dienstag , der 23.07.2019

Juli2019
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Schildausbau

Bericht über:

  Exkursion 2012 ins Waldecker Land  
   
  am 21. Juni 2012 ins Waldecker Land  
   
  Der BV Dortmund Nord hat in diesem Jahr gemeinsam mit dem BV Brambauer zum zweiten Mal eine gemeinsame Reise geplant und durchgeführt. Vom BV Brambauer beteiligten sich 12 Personen und unser BV beteiligte sich mit 29 Personen an der Reise. Unser Standort war Fritzlar Ungedanken.  
   
  Unsere Herberge
 
  Unsere Herberge: Das Hotel "Zum Büraberg" in Fritzlar-Ungedanken.
  Foto 1: Karlheinz Droste
   
  Am 21.06. fuhren wir um 9.00 Uhr mit dem Bus von Dortmund ab, um unser erstes Ziel, das Besucherbergwerk Kilianstollen in Marsberg zu erreichen. Hier wurde bereits oberflächennah im 8. Jahrhundert Kupfer, Gold, Silber, Zinn und Blei abgebaut. Der Tiefbau scheiterte bis zum 16. Jahrhundert an der nicht beherrschbaren Wasserhaltung. Eine erste Blütezeit erreichte in Marsberg der Kupferbergbau im 19. Jahrhundert, wo 1863 mit 200 Berg- und Hüttenleuten 48 000 t Erz gefördert wurden. Der Kupfergehalt betrug etwa 15%, der bis zur Schließung der Grube auf 1,5% abfiel. 1945 wurde die Grube endgültig geschlossen.  
   
  Kilian-Stollen
 
  Vor dem Kilian-Stollen.
  Foto 2: Karlheinz Droste
   
  1984 hat der Marsberger Heimatbund den Kilianstollen in 3-jähriger Aufräumarbeit als Schaubergwerk eröffnet. Der Stollen schließt die Gesteine des Oberdevons bis zum Unterkarbon auf. Wir fuhren mit der Grubenbahn in den Berg ein und sahen uns verschiedene Arbeitsbereiche der Bergleute an. Im Stollen beträgt die Temperatur konstant 9° C, und es war sehr feucht. Hier haben wir wieder einmal eine Vorstellung von der ungesunden Arbeit im Bergwerk vorgeführt bekommen. Die Bergleute hatten zur damaligen Zeit eine Lebenserwartung von durchschnittlich nur 45 Jahren.  
   
  Kilian-Stollen
 
  Bereit zur Grubenfahrt.
  Foto 3: Karlheinz Droste
   
  Kilian-Stollen
 
  Im Kilan-Stollen, Mineralien.
  Foto 4: Karlheinz Droste
   
  Unsere nächste Station war das Schloss Arolsen. Das Schloss wurde nach Versailler Vorbild von 1710 bis 1728 für den Grafen Friedrich von Waldeck und Pyrmont erbaut. 1720 zog der inzwischen in den Reichsfürstenstand erhobene Graf in das Schloss ein. Jedoch die Ausstattung des Schlosses bis zur endgültigen Fertigstellung dauerte mehrere Jahrzehnte. Interessant ist, dass die spätere Königin der Niederlande , Emma von Waldeck Pyrmont, im Schloss Arolsen geboren wurde. Die heutige Königin der Niederlande, Beatrix, ist eine Nachfahrin der Königin Emma. Der letzte regierende Fürst Friedrich von Waldeck musste 1918 abdanken. Die Aufteilung des Vermögens dauerte 11 Jahre. Die Familie erhielt ein Nießbrauchrecht am Schloss, landwirtschaftliche Flächen und ein Forstamt. Heute ist noch ein Flügel des Schlosses von der Fürstenfamilie bewohnt.  
   
  Schloss Arolsen
 
  Schloss Arolsen.
  Foto 5: Karlheinz Droste
   
  Nach umfangreichen Renovierungen, die bis 2009 dauerten, ist das Schloss heute wieder zu besichtigen. Das barocke Treppenhaus und der Große Saal sind die beeindruckendsten Räume. Sehr schöne niederländische Wandteppiche und Deckengemälde schmücken die Wohnräume. Der Weiße Saal besticht durch seine umlaufende Galerie, auf der die Musikanten zu den Festbällen aufspielten.  
   
  Am 22. 06. war morgens eine Stadtführung in der sehenswerten mittelalterlich geprägten Stadt Fritzlar angemeldet. Unsere Stadtführer erwarteten uns am Grauen Turm. Mit einem Rückblick in die Geschichte der Stadt begann die Führung. Im Jahre 732 begann mit Bonifatius und seiner Kirchengründung die Geschichte der Stadt Fritzlar. Bonifatius wollte mit der Fällung der heiligen Donareiche, sie war das wichtigste Heiligtum der heidnischen Chatten, die Überlegenheit des christlichen Gottes demonstrieren. Nach der Fällung der Eiche erwarteten die anwesenden Heiden eine Antwort ihres Gottes. Als diese ausblieb, waren sie von der Überlegenheit des Christengottes überzeugt. An dem Ort der Donareiche ist später der Dom errichtet worden. Auf dem Domplatz steht das Denkmal von Bonifatius. Er trägt die Axt in der linken Hand. Diese Darstellung demonstriert, dass Bonifatius kein Unheil anrichten will. Das Kriegsbeil wird rechts geführt.  
   
  In Fritzlar
 
  Stadtführung in Fritzlar mit Herrn Ochs.
  Foto 6: Karlheinz Droste
   
  Dom von Fritzlar
 
  Der mächtige Dom von Fritzlar.
  Foto 7: Karlheinz Droste
   
  Im 11. Jahrhundert hat man die Stadt wegen ihrer strategischen Lage mit einer 10 m hohen, 3 m dicken und 2,5 km langen Mauer befestigt. Es sind 23 Wehrtürme errichtet worden, von denen der graue Turm mit 38 m der höchste ist. Vor der Mauer waren Gräben, in denen sich noch als zusätzliches Hindernis Dornenhecken befanden, die Angreifer aufhalten sollten. Vor der Stadt hat man zur Sicherung der auf den Feldern arbeitenden Stadtbevölkerung noch 7 Warten (Türme) errichtet. Die Eingänge lagen in der 1. Etage. Bei drohender Gefahr hat die Burgbesatzung die Leitern in den Einstieg hochgezogen. Im grauen Turm sind die Gefangenen "eingelocht" worden. Die Gefangenen oder Verbrecher wurden in den Keller des Turms durch ein Loch abgeseilt. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten sie oft ein halbes Jahr, bis der Gerichtsherr in die Stadt kam, auf ihre Verurteilung warten. Um nach der Verurteilung die Straftäter nicht länger inhaftieren zu müssen und Kosten für die Verpflegung zu sparen, sind den Gefangenen als Strafe Glieder abgehackt worden. Dann sind die Verurteilten in die Freiheit entlassen worden.  
   
  Fritzlar
 
  Malerisches Fritzlar.
  Foto 8: Dr. Volker Schacke
   
  Das Stadtbild ist von vielen sehr schönen Fachwerkhäusern geprägt. Herausragend ist das Hochzeitshaus und das Rathaus. Das Rathaus ist das älteste, noch erhaltene Amtshaus in Deutschland. Der Marktplatz mit dem Rolandbrunnen und seinen historischen Fachwerkhäusern ist sehenswert. Die Straße "Zwischen den Krämen" war die Straße der Geschäfte. Wenn die "Läden heruntergelassen" wurden, war der Laden geschlossen.  
   
  Im 15. Jahrhundert wurde, da die Stadt auf einem Berg liegt und keine Quellen hat, eine Wasserkunst installiert. Das Wasser wurde von der Eder mit Pumpen, von Wasserrädern angetrieben, durch Holzrohre in die Stadt gepumpt. Mit diesem Wasser ist der Brunnen auf dem Marktplatz gespeist worden. Das tägliche Wassertragen auf den Berg war damit beendet. Heute hat die Stadt mit den eingemeindeten Vororten etwa 15.000 Einwohner.  
   
  Am Nachmittag besuchten wir das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum in Borken. Bis 1988 wurde hier unter- und übertage Braunkohle für das dortige Kraftwerk abgebaut. Im Jahr 1988 kam es in der Grube Stolzenbach zu einer nie für möglich gehaltenen Kohlenstaub-Explosion, bei der 51 Bergleute ihr Leben lassen mussten. Danach wurde die Förderung eingestellt und das Kraftwerk stillgelegt. Heute sind nur noch Reste des Kraftwerks erhalten.  
   
  Braunkohlenzeche in Borken
 
  Die stillgelegte Braunkohlenzeche in Borken, heute Museum.
  Foto 9: Karlheinz Droste
   
  In dem von uns besuchten Themenpark ist die Gewinnung der Braunkohle im Tagebau mit Großgeräten, über den Transport bis zur Verstromung, anschaulich dargestellt. Die Restlöcher des Tagebaus, die nicht mit Abraum verfüllt wurden, füllten sich mit Grundwasser und bilden heute die Borkener Seenlandschaft. Durch die Fahrt mit der Grubenbahn ist der Besuch auch für ältere interessierte Besucher kein Problem.  
   
  Am Abend fanden sich dann alle Fußballbegeisterte im Hotel vor der Großleinwand wieder und bejubelten den Sieg der Deutschen Nationalelf über die Nationalmannschaft Griechenlands.  
   
  Der 23.06. begann mit der Besichtigung des Schlosses Friedrichstein in Bad Wildungen, das ursprünglich ab dem Jahr 1200 als Gotische Burg errichtet worden war. Es wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im barocken Stil von Friedrich von Waldeck – dem Erbauer des Schlosses Arolsen – renoviert. Das Schloss ist heute im Besitz des Landes Hessen und wird als Museum mit den Schwerpunkten Militär- und Jagdgeschichte genutzt.  
   
  Schloss Friedrichstein
 
  Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen.
  Foto 10: Karlheinz Droste
   
  Vor dem Museum
 
  Warten auf die Öffnung der Jagdsammlung und der Kriegsausrüstungssammlung.
  Foto 11: Karlheinz Droste
   
  Im Museum
 
  Im Museum.
  Foto 12: Karlheinz Droste
   
  Nach einem Bummel durch das fachwerkgeprägte malerische Bad Wildungen genossen wir eine Schiffsfahrt auf dem Edersee, der 1908 bis 1914 gebaut wurde, um die Weserschifffahrt und den Mittellandkanal ausreichend mit Wasser zu versorgen. Außerdem dient der Stausee zur Stromerzeugung und dem Hochwasserschutz. Heute ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor für die Ederseeregion.  
   
  In Bad Wildungen
 
  Bummel und Einkehr in Bad Wildungen.
  Foto 13: Karlheinz Droste
   
  In Bad Wildungen
 
  Bummel und Einkehr in Bad Wildungen.
  Foto 14: Karlheinz Droste
   
  Schifffahrt
 
  Schifffahrt auf dem Ederstausee.
  Foto 15: Karlheinz Droste
   
  Auf unserer Heimfahrt am 24.06. besichtigten wir die Wewelsburg, die einzige Dreiecksburg Deutschlands in heute noch geschlossener Bauweise; sie ist ein Wahrzeichen des Paderborner Landes.  
   
  Die Wewelsburg
 
  Dreiecksburg Wewelsburg.
  Foto 16: Karlheinz Droste
   
  In den Jahren 1933 bis 1945 sollte die Wewelsburg zu einem ideologischen Zentrum der SS umgebaut werden; ein Dokumentationszentrum hält die Erinnerung an diese Zeit wach. Außerdem teilen sich die Burg eine beliebte Jugendherberge und das Historische Museum des Hochstiftes Paderborn, das wir im Rahmen einer hervorragenden Führung besichtigten.  
   
  Ottens Hof
 
  Zum Abschluss Einkehr im Ottens Hof.
  Foto 17: Karlheinz Droste
   
  Im alten Fachwerkhaus
 
  Ausklang in gemütlicher Runde im alten Fachwerkhaus.
  Foto 18: Karlheinz Droste
   
  Alle Teilnehmer fanden, dass die Exkursion ein voller Erfolg war. Das kameradschaftliche Verhältnis zu unseren Nachbarn vom BV Brambauer und die gemeinsamen Exkursionen haben sich schon zu einer schönen Tradition entwickelt; in 2 Jahren gehen wir wieder zusammen auf Tour.  
   
  Die Verfasser dieses Berichts sind unser Vorsitzende Dr. Volker Schacke und unser Schatzmeister Harald Schröder.  
   
  Ende  
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